Die Angst vor der Zeit // Saturn

Ich freue mich sehr auf die Premiere meines nächsten Stückes am 27 März  im Arkadas Theater Bühne der Kulturen

weitere Vorstellungen: 27.  und 29. Mai, 17. und 19. Juni / jeweils 20 Uhr

Karten unter: 0221 9559510 / info@buehnederkulturen.de

http://www.buehnederkulturen.de/

„Die Angst vor der Zeit // Saturn“

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Foto: Alessandro De Matteis

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Nicht vor meinem eigenen Tod. Keine Angst zu sterben, unter der Erde zu liegen, von Würmern zerfressen oder verbrannt und in alle Richtungen verstreut zu werden. Der Tod macht mir keine Angst. Nein. Nur die Zeit. Die gleitet mir davon. Die Jahre fliegen an mir vorbei. Der Moment, so flüchtig, im nächsten Augenblick schon vorbei. Ich halte ihn fest doch in meinen Händen zerfällt alles zu Staub. Und hinter mir türmt sich eine Welle auf, verfolgt mich, wächst zu einem Giganten. Wenn ich mich umdrehe, wird sie auf mich herabfallen. Dann ist es vorbei. Dann kann ich nichts mir tun und ich werde plötzlich seltsam ruhig. Das Wasser verstreut mich in alle Richtungen in die Unendlichkeit.

 Sterben gehört zum Leben genauso dazu, wie geboren zu werden. Alles geht irgendwann vorbei. Und doch neigen wir zum Festhalten. Wir halten unsere Lieben fest, unsere Jugend, unser Leben. Wir verdrängen. Wir laufen vor der Trauer davon, oder stellen uns irgendwann unseren Schmerzen. Wir lassen uns einfrieren, um vielleicht irgendwann in ferner Zukunft mittels neuester Technik wieder zum Leben erweckt zu werden. Wir träumen von ewiger Jugend, davon den Tod zu überlisten. Oder wir sehnen uns ihm sogar entgegen, beenden unser eigenes Leben vorzeitig, weil wir keinen Sinn in eben diesem finden können. Wir schaffen Religionen, einen Himmel, eine Hölle, Götter die uns Strafen oder erlösen. Wir schaffen Dogmen und Regeln, Strukturen, an denen wir uns festhalten können. Vielleicht glauben wir an Wiedergeburt oder dass mit dem Zerfall des Körpers doch alles zu Ende geht und nichts mehr bleibt. Vielleicht spüren wir aber auch einen Funken Ewigkeit in dieser immerwährenden Endlichkeit. Das Einzige was wir wirklich wissen, ist dass wir hier auf dieser Welt sterben werden, dass unser Körper aufhören wird zu funktionieren.

IMG_4447webFoto: Alessandro De Matteis

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