Die Angst vor der Zeit // Saturn

 

IMG_4795webIch habe keine Angst vor dem Tod. Nicht vor meinem eigenen Tod. Keine Angst zu sterben, unter der Erde zu liegen, von Würmern zerfressen oder verbrannt und in alle Richtungen verstreut zu werden. Der Tod macht mir keine Angst. Nein. Nur die Zeit. Die gleitet mir davon. Die Jahre fliegen an mir vorbei. Der Moment, so flüchtig, im nächsten Augenblick schon vorbei. Ich halte ihn fest doch in meinen Händen zerfällt alles zu Staub. Und hinter mir türmt sich eine Welle auf, verfolgt mich, wächst zu einem Giganten. Wenn ich mich umdrehe, wird sie auf mich herabfallen. Dann ist es vorbei. Dann kann ich nichts mir tun und ich werde plötzlich seltsam ruhig. Das Wasser verstreut mich in alle Richtungen in die Unendlichkeit.

Mit: Christiane Isele und Helena Aljona Kühn

Fotos: Alessandro De Matteis

Szenenfotos: Gilioux Irani

 

Uraufführung: 27. März 2014  / Arkadas Theater – Bühne der Kulturen

weitere Vorstellungen: 27. Mai, 29. Mai

 

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Sterben gehört zum Leben genauso dazu, wie geboren zu werden. Alles geht irgendwann vorbei. Und doch neigen wir zum Festhalten. Wir halten unsere Lieben fest, unsere Jugend, unser Leben. Wir verdrängen. Wir laufen vor der Trauer davon, oder stellen uns irgendwann unseren Schmerzen. Wir lassen uns einfrieren, um vielleicht irgendwann in ferner Zukunft mittels neuester Technik wieder zum Leben erweckt zu werden. Wir träumen von ewiger Jugend, davon den Tod zu überlisten. Oder wir sehnen uns ihm sogar entgegen, beenden unser eigenes Leben vorzeitig, weil wir keinen Sinn in eben diesem finden können. Wir schaffen Religionen, einen Himmel, eine Hölle, Götter die uns Strafen oder erlösen. Wir schaffen Dogmen und Regeln, Strukturen, an denen wir uns festhalten können. Vielleicht glauben wir an Wiedergeburt oder dass mit dem Zerfall des Körpers doch alles zu Ende geht und nichts mehr bleibt. Vielleicht spüren wir aber auch einen Funken Ewigkeit in dieser immerwährenden Endlichkeit. Das Einzige was wir wirklich wissen, ist dass wir hier auf dieser Welt sterben werden, dass unser Körper aufhören wird zu funktionieren.

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Es gab einmal ein Mädchen das sagte es glaube nicht an den Tod, denn diesen habe es noch nie gesehen .Auch kannte es Niemanden, der ihm begegnet war oder mit ihm auf irgendeine Art und Weise zu tun gehabt hätte. Misstrauisch war das Mädchen und bang. Denn Sterben ist einfach nur ein grausamer Mythos, eine erdachte Unwahrheit um Schrecken zu verbreiten, so glaubte es.

IMG_4895smallDer Mensch ist ausgesetzt  in die reißende,  gierige, verschlingende Zeit,  geworfen in einen Punkt Zeit. Die Zeit flieht in rasender Geschwindigkeit.

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Wie jäh und tückisch hat das Alter mich befallen,  mich, ehemals die Schönste von den Mädchen allen! Wer kann mich zwingen, dass ich noch am Leben bleibe? Wer hält mich ab, dass ich mich selbst entleibe?

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Gib deine Hand, du schön und zart Gebild! Bin Freund, und komme nicht, zu strafen: Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,                  sollst sanft in meinen Armen schlafen.

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Am Anfang war nur das große, unbewegte und unendliche Weltmeer, ohne Leben, aber voller Stille. Noch gab es kein Oben und kein Unten , weder Osten noch Westen , weder Norden noch Süden. Noch waren Helligkeit und Dunkelheit nicht getrennt und Licht und Dunkel nicht hervorgekommen.

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