Gesang der Gestirne

Gesang der Gestirne

Was ist der Mensch? Körper? Seele? Geist?

„Gesang der Gestirne“ befasst sich mit dem Nicht-Vordergründigen, inneren Kern eines Menschen, mit der Verbindung zwischen allen Menschen, allen Wesen und dem Universum.Warum machen Menschen die immer gleichen Fehler, verstricken sich in den immer gleichen Mustern? Und warum ist es so schwer, diese Verstrickungen überhaupt zu erkennen, und noch schwerer sie zu lösen? Gesang der Gestirne ist ein Sparten-übergreifendes Theaterstück. Ein dramatisches Gedicht. Sprache, Tanz und Musik greifen ineinander und verdichten sich zu einer Geschichte. Eine Welt voller Symbole und Surrealität.

Mit: Annemarie Lüke /  Johanna Xenia Rafalski / Thorge Busch /  Christiane Isele / Evgenia Tarutin / Kathrin Wankelmuth / Arthur Oppenländer / Helena Aljona Kühn / Anna Sophia Lumpe / André Fängler /

Fotos: Evi Blink ( eviblink.de )

Uraufführung: 31 Mai 2013 Odonien / Weitere Vorstellungen: 1 Juni 2013 Odonien / 20 und 22 September 2013 Kolbhalle / 11 Oktober 2013 St. Michael

 

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Aus einem Lied, einem immerwährenden, zweifachen Klang, an den sich kaum noch jemand erinnern vermag, ist einmal ein Baum gewachsen. Tausendblättrig, ist er nicht. Er hat Blätter, unendlich viele. Wurzeln, unendlich tief. Einen Stamm, unendlich weit und stark. Er steht in keinem Garten, er ist der Garten. Er wächst nicht aus der Erde, er ist die Erde selbst kein. Wind rauscht durch seine Blätter, denn er selber ist der Wind. Kein Wasser braucht er zum Gedeihen, das Wasser, das ist er. Dieses Lied verstummt nicht, dieser Baum hört nicht auf zu wachsen.

 

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Hoch oben in einem Haus im letzten Stock da lebt ein Mann, allein. Vor Tagen oder Monaten, da hat er aufgehört die Treppe hinabzusteigen. Hinaus will er nicht. Die Blumen wachsen langsam, unbemerkt,  auf seinem Kopf ein Oktopus, acht Arme, acht. Er hat das Meer nicht vergessen. Er bewegt seine Arme im Rhythmus der Wellen und saugt, und saugt und saugt und saugt und. Der Mann er weiß bescheid über den Oktopus auf seinem Kopf, der saugt und saugt und saugt und saugt und durch das einzige offene Fenster in dieser Wohnung hoch im Haus im letzten Stock allein, da weht ein Wind. Der Mann fragt sich woher, woher kommt das Gefühl dass da noch etwas ist, etwas wichtiges Unbeschreibliches vollkommen Anderes,
was er vergessen

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Das Kind würde gerne die verbotene Treppe hinaufsteigen. Aus schwarzem Stein, die Tür gigantisch groß. Es denkt sich aus ein Land das schwebt auf einem Traum . Ein Traum wie pastelfarbenes Baiser. Rosensträuche auf kleinen Wölckchen. Essbar. Es isst sie auf alles auf, in sich hinein, damit es in ihm weiterlebt, es holt die Welt die es nicht hat in sich, sperrt ein sie in den Bauch.

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Die Mutter mit den Tränen auf den Wangen badete ihr Kind in einem Fluss mit sanfter Strömung. Das Kind so weiß wie Porcelan, die Hand der Mutter rot von Blut. Sie badete das Kind. Die Wellen wogten es in einen Schlummerschlaf hinein und küssten sanft die Wangen weiß. Die Mutter badete das Kind so weiß wie Porcelan. Die Wellen wogten, wogten zart. Sie ließ es nach den Wellen fort. Den Wogen fort. Das Kind, das wurde durchsichtig, die Tränen froren ein.

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du bist bist alles in mir und außer mir

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Und um immer zusammen zu sein, verwandelten sie sich in Zwei Schwäne. Im nächsten Leben in Strauch und Beere. Verwandelt dann in Wald und Regen, danach in Wasser und Gestein, in Kelch und Honig, Licht und Feuer, schließlich in Mann und Frau,
daraus in Träne und in Salz, getropft in Erde, gewachsen zu einem Baum.

Daraus in Träne und in Salz, getropft in Erde, gewachsen zu einem Baum.

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